Anders Behring Breivik ist ein Rechtsradikaler, ein religiöser Fanatiker und Waffenliebhaber, doch interessant finden viele Medienleute und Politiker den Umstand, dass er sich mit einem digitalen Kriegsspiel auf seinen Amoklauf vorbereitet haben soll. Dass aber die Idee der Zweckentfremdung des Spiels sich erst aus seinen sozialen, politischen und religiösen Wertvorstellungen herleiten lässt, scheint nur wenige zu kümmern.
Konsumenten digitaler Spiele wird oft unterstellt, nicht zwischen der Realität und der künstlichen Welt, in der sie sich in ihrer Freizeit bewegen, unterscheiden zu können. Ganz im Gegenteil dazu mache ich sehr oft die Erfahrung, dass diese Grenze den Spielern viel besser bewusst ist, als besagten Medienleuten und Politikern. Die Annahme, eine solche Tat liesse sich mit einem Spiel wie Modern Warfare oder Call of Duty planen und ausführen, entbehrt jeglicher Kenntnis dieser Spiele, die in keiner Weise die militärische Realität reflektieren. Nicht zuletzt zeugt es von unverfrorener Pietätslosigkeit, ein solches Drama der medialen und politischen Aufmerksamkeit wegen auszuschlachten.
Quelle: Failbook

