
Endlich ist es soweit. Ich konnte die ganzen Spekulationen über eine Preisreduktion und ein neues Modell der PlayStation 3 schon nicht mehr hören. Nun hat Sony an der
Gamescom in Köln die Katze aus dem Sack gelassen und die
PS3 Slim vorgestellt, also die Leichtgewichtvariante des schwarzen Monolithen. Das Gute zuerst: die neue Konsole ist kleiner und leichter als ihr Vorgänger und saugt vor allem weniger Strom aus der Steckdose, nämlich 250W gegenüber den 380W der ersten Baureihen. Sie ist auch billiger, aber leider ist der Preisnachlass nicht umsonst. Sony hat bei der Entwicklung der PS3 Slim offensichtlich an allen Ecken und Enden gespart, mit zweifelhaftem Resultat, wie ich finde. Weggefallen sind etliche Eigenschaften, welche die PS3 bis anhin standardmässig bessas. So ist zum Beispiel das Fehlen eines Cardreaders zu erwähnen, der zwar auch in älteren Modellen nicht mehr vorhanden ist, aber eigentlich zu einem Multimedia-Gerät wie der PlayStation dazugehört. Weiter wurde der Anschluss für das Netzwerkkabel entfernt. Die PS3 Slim kommuniziert also nur kabellos mit dem heimischen Netzwerk. Wer allerdings ein Wireless LAN zuhause hat weiss, dass die Verlässlichkeit und Qualität eines drahtlosen Netzwerkes nach wie vor nicht an die eines Ethernet-Kabels heranreichen, weshalb mir ein Rätsel ist, wieso Sony diesen Anschluss gekappt hat, vor allem angesichts der Pläne, in Zukunft mehr und mehr auf de digitale Distribution von Spielen zu setzen. Der schwerste Verlust dürfte aber die nicht mehr vorhandene Unterstützung für das Betriebssystem Linux sein. Während man auf den alten Modellen dank Sonys freundlicher Erlaubnis noch ein Linux installieren und betreiben konnte, fällt diese Option nun auch weg. Das dürfte vor allem Hobbybastler und -programmierer, aber auch Forscher sauer aufstossen. Die PS3 ist nämlich bei Wissenschaftlern insofern beliebt, als dass sie für relativ wenig Geld enorm viel Rechenkraft liefert. Mit Linux als Betriebssystem kann dieses Potential auch zu Forschungszwecken ausgeschöpft werden, vor allem wenn man mehrere Konsolen parallel schaltet. Dass die PS3 Slim auch nichts am Fehlen der ursprünglich vorhandenen Rückwärtskompatiblität mit PS2-Spielen ändert, ist dann eigentlich nur noch das Sahnehäubchen. Schade, denn eigentlich liefert Sony mit diesem neuen Modell mehr Argumente gegen den Kauf einer neuen Konsole, als dafür.

Kritiker meiner Ausführungen werden sagen, dass eine Spielkonsole die meisten dieser Features nicht braucht, aber in Wahrheit ist es ein Schlag ins Gesicht der Konsumenten, die jetzt zwar ein bisschen weniger für die Konsole zahlen, aber auch zusehen müssen, wie von Modell zu Modell immer weniger Funktionen untersützt werden. Meiner Meinung nach ist das als Rückschritt zu werten, auch wenn dadurch Sonys Bankkonto geschont und vielleicht sogar wieder aufgeforstet wird.
Liebe Sony Schweiz, jetzt braucht ihr die grossen schwarzen Kisten ja nicht mehr, ihr habt ja jetzt die kleinen. Ihr wisst also, wo ihr so eine hinschicken könnt, bevor ihr sie auf den Müll schmeisst... ihr wollt doch sicher nicht, dass ich mir aus Frust eine Xbox 360 kaufe? Microsoft Schweiz, was meint ihr dazu? He, ich werfe hier alle meine Prinzipien über Bord und verkaufe mich. Wir sind doch hier an einer Marketingschlacht, oder?
Quelle:
Joystiq