Dienstag, 28. April 2009

Free Realms: Gratis-MMO geht an den Start

Heute nimmt Sonys MMO Free Realms nach einer kurzen Beta-Phase offiziell den Betrieb auf. Die klar auf jüngere Spieler ausgerichtete virtuelle Welt kann umsonst erforscht werden, mit der Option, für 5 US-Dollar eine Mitgliedschaft zu erwerben, wofür man einige Extras freischalten kann. Dem Video nach zu urteilen sieht Free Realms ein wenig aus wie eine Miniversion von World of Warcraft. Wer so was mag, kann sich noch heute registrieren.



Link: Free Realms

Volvo: das Spiel

Die Automobilindustrie liegt weltweit darnieder, die Finanzkrise hat ihr hart zugesetzt. Auch traditionsreiche Unternehmen wie z.B. der schwedische Autobauer Volvo mussten in den letzten Monaten Mitarbeiter entlassen. Interessant also, dass das Unternehmen am 26. Mai ein Werbespiel umsonst zum Download anbieten wird, in welchem die Spieler neben dem Concept Car Volvo S60 auch einige Rennwagen des Herstellers auf zwei Strecken virtuell testen können. Dabei dürfte es sich aber nicht wie sonst bei solchen Spielen üblich um eine Low-Budget-Produktion handeln, denn entwickelt wird das Ganze von SimBin, dem Studio also, das schon Genre-Grössen wie GTR produziert hat. Man darf also gespannt sein.



Link: SimBin: Volvo the Game

Quelle: Rock, Paper, Shotgun

Montag, 27. April 2009

Shadow Physics: experimentelles Gameplay aus der Independent-Szene

Die Independent-Szene ist die Plattform, aus welcher zur Zeit die innovativsten Spielideen hervorgehen. Meistens handelt es sich um optisch simple Spiele, welche vor allem mit ihrem interessanten Konzept Aufsehen erregen. Auch wenn viele der eingesetzten Spielprinzipien altbekannt sind, werde diese so gut kombiniert, dass daraus die tollkühnsten Endprodukte entstehen. Shadow Physics fällt ohne Zweifel in diese Kategorie. Das Spiel ist zwar noch nicht fertig, aber man kann dem Video bereits entnehmen, dass ein grosses Potential dahinter steckt. Ein Puzzle-Spiel der genialen Art. Erstklassiges Futter für das Hirn.



Link: Indie Game Developer's Podcast

Quelle: IndieGames

Samstag, 25. April 2009

Obama, die Queen, der iPod und Guitar Hero

Vor kurzem war der neu gewählte Präsident der USA, Barack Obama, bei der Queen zu Gast und schenkte ihr einen iPod, auf welchem unter anderem auch Bildmaterial von ihrem Besuch ein Jahr zuvor in den USA gespeichert war. Die internationale Presse reagierte darauf mit gemischten Gefühlen. Einige lobten Obama als modernen Mann von Welt, die anderen fanden das Geschenk peinlich und geschmacklos. Der Cartoonist Steve Breen hat nun in einem Comic festgehalten, wie er sich eine mögliche Alternative zum iPod vorstellt. Man soll sich mal die Queen vorstellen: "Guitar Hero! Oh, lovely!"


Link: Steve Breen

Quelle: GameSetWatch

Freitag, 24. April 2009

8bit FM: Internetradio für Chiptune-Aficionados

Für diejenigen, welche nach Abwechslung in der Flut der Internet-Radios suchen, bietet 8bit FM neuerdings ein etwas spezielles Programm. Die Playlist des Senders führt nämlich ausschliesslich Chiptunes, also Musikstücke, die vom Stil her an die Musik alter Videospiele angelehnt ist. Untenstehenden Link anklicken und online reinhören.


Link: 8bit FM

Quelle: Digital Tools

Donnerstag, 23. April 2009

Liebevolle Love-Videos

Eskil Steenberg ist für mich der Mann der Stunde. Sein prozedurales MMO Love, das er seit einiger Zeit im Alleingang programmiert, verspricht, ein Feuerwerk der Genialität zu werden. Allein die grafische Präsentation ist eine Augenweide, wie dieses neue Gameplay-Video eindrücklich beweist. Der zweite Clip jedoch, in welchem die Entwicklungs-Tools vorgestellt werden, die er selbst programmiert hat, zeigen, dass dieser junge Mann wahrlich ein Magier ist. Schlichtweg fantastisch.

Quelle: Rock, Paper, Shotgun

El pincho de la semana #76

Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde
Spiele wie Rock Band zeigen bestens auf, wieso Games so viel Spass machen. Sie bringen auch die verbissensten Anti-Gamer dazu, mit Freunden zu spielen und sich selbst im fortgeschrittenen Alter ohne jegliches Schamgefühl für einen guten Zweck, nämlich der allgemeinen Belustigung, zum Affen zu machen. Es gibt allerdings auch hier schwarze Schafe, so wie der junge Mann im folgenden Videoclip, der von seinem entnervten Freund mit einer versteckten Kamera blossgestellt wurde. Eins vorweg: er hat es mehr als nur verdient.



Quelle: Kotaku

Portwall LD

Keine Frage, Portal ist eines der besten Spiele der letzten Jahre, vielleicht sogar des Jahrzehnts. Kein Wunder also, dass oft versucht wurde, es zu kopieren. Sei es das Atari 2600 Demake oder die Flash-Version in 2D, jeder Nachahmungsversuch hatte seine Vorzüge. Neu kommt jetzt Portwall LD hinzu, ein Spiel, das anlässlich eines Wettbewerbes bei Ludum Dare in unter 48 Stunden programmiert wurde. Dafür ist es wirklich recht gut gelungen. Der Link zum Download weiter unten führt zu einer verbesserten Version, die nach dem Wettbewerb erstellt wurde.


Link: Portwall LD

Quelle: IndieGames

Mittwoch, 22. April 2009

Sierras klassische Abenteuerspiele im Browser mit Multiplayer

Martin Kool ist ein grosser Fan von Sierras klassischen Abenteuerspielen wie Leisure Suit Larry, Space Quest und Police Quest (wir auch, Martin). Er hat deshalb im letzten Jahr damit begonnen, den Code der Spiele in Java zu übersetzen, um sie in einem Browser anzeigen zu können. Das Resultat ist sarien.net, eine Webseite, auf welcher man Sierras Klassiker im Browser spielen kann. Das ist aber nicht alles, denn die Spiele funktionieren hier wie ein MMO. Man kann die anderen Spieler, die ebenfalls online sind, nicht nur sehen, sondern kann auch mit ihnen über die Texteingabe in Kontakt treten, um sie bei einem Rätsel um Rat zu fragen oder auch nur um ein Schwätzchen zu halten. Das Konzept ist wirklich interessant. Bleibt nur zu hoffen, dass Sierra bzw. Activision Blizzard, welche die Rechte an den Spielen halten, nicht Spielverderber spielen und die Seite wegen Urheberrechtsverletzung vom Netz nehmen lassen.


Die Spiele funktionieren mit allen gängigen Browsern wie Firefox (ab Version 2), Internet Explorer (ab Version 6), Opera, Safari und Google Chrome.

Link: Sarien.net

Quelle: GameSetWatch

George Will: Gamer sollten nicht wählen dürfen

George F. Will ist ein konservativer amerikanischer Journalist, Kolumnist und Autor und vertritt polarisierende Ansichten. In einem Artikel für die Washington Post mit dem Titel Demon Denim, ein Pamphlet über Sinn und Unsinn der Jeans, lästert er über die Gamer, die seiner Meinung nach nicht wählen dürfen sollten.

Denim is the infantile uniform of a nation in which entertainment frequently features childlike adults ("Seinfeld," "Two and a Half Men") and cartoons for adults ("King of the Hill"). Seventy-five percent of American "gamers" -- people who play video games -- are older than 18 and nevertheless are allowed to vote.


Das wäre nicht weiter schlimm, schliesslich ist er nicht der einzige, der so denkt, aber der gute Mann gewann 1977 den Pulitzer-Preis. Von so einer Person hätte ich mehr Weitsicht erwartet... und ausserdem mag ich Two and a Half Men. Eingebracht hat ihm der Artikel jedenfalls viel Hohn. Die Washington Post sah sich nach 1007 zum Teil recht unfreundlichen Kommentaren genötigt, die Diskussion zu schliessen. Besser so.

Link: George F. Will: Demon Denim @ Washington Post

Dienstag, 21. April 2009

Nintendo anno 1988

Man lernt im Leben nie aus und auch der Spiele-Historiker stolpert immer wieder über Perlen, die er noch nicht kannte. In diesem Fall handelt es sich um eine Folge der amerikanischen Sendung Inside Edition TV News aus dem Jahre 1988. Das Thema: Nintendo. Nun muss man wissen, dass der japanische Spielegigant damals zwar durchaus bekannt war, aber noch lange nicht so wie heute, schliesslich war der Game Boy auch noch nicht erfunden, er würde erst ein Jahr später erscheinen und die Welt im Sturm erobern. Damals wussten auch längst nicht alle, wer die Mario Brothers sind, geschweige denn, dass der Name Mario gewählt wurde, weil der Vermieter der Lagerhallen der amerikanischen Nintendo-Tochter Mario Seagle hiess. Grossartig!



Quelle: design:related

Battlefield Heroes: Offene Beta im Juni

Von vielen Seiten wurde das Konzept von Battlefield Heroes kritisiert. Das neue Spiel der Battlefield-Reihe von DICE, das umsonst spielbar sein wird, geht zurück zu den Wurzeln der Franchise und bietet stark vereinfachtes Gameplay für bis zu 16 Spieler pro Server. Die geschlossene Beta läuft nun schon seit ein paar Monaten und das Spiel macht bereits in diesem Stadium extrem viel Spass. Als Battlefield-Purist war ich zu Beginn noch skeptisch, aber schon nach kurzer Zeit musste ich feststellen, dass Battlefield Heroes mehr kann, als nur hübsch auszusehen und auf so ziemlich jedem Rechner zu laufen. Man kann trotz der simplen Spielmechanik sehr taktisch spielen, nicht zuletzt wegen der vielen Abilities, die man für jede Klasse freischalten kann. Im Juni soll nun die Beta endlich allen offen stehen, und wie sich das ganze dann spielen wird, seht ihr vorab in diesem kurzen Video.

Montag, 20. April 2009

Rauchstopp für US-Soldaten mit einem Game

Das amerikanische Verteidigungsministerium ist alarmiert. Während der Tabakkonsum in der Bevölkerung rückläufig ist, steigt er in der Armee seit 2002 stetig an. Die Regierung hat deshalb dem M. D. Anderson Cancer Center in Houston einen Kredit von 3.7 Millionen US$ gewährt, um ein Spiel zu entwickeln, das den Soldaten die Gefahren des Rauchens näher bringen und sie dadurch zum Aufhören animieren soll.

Alexander Prokhorov, Professor an der Universität M. D. Anderson in Texas und Leiter des Projektes, berichtet, dass er bereits mit einem ähnlichen Spiel namens Escape With Your Life bei Probanden sehr gute Erfolge erzielen konnte. Laut Prokhorov hätten mehr als 90% der Testpersonen erklärt, dass sie nach dem Spielen von Escape With Your Life viel mehr über die Gefahren des Tabakkonsum wüssten, als noch zuvor. Rund die Hälfte der 239 jugendlichen Raucher, die das Spiel gespielt hätten, hätten danach aufgehört.


Das Armee-Modell soll auf einem ähnlichen Konzept basieren und als Spielautomat produziert werden (siehe Foto), um die Soldaten auch in ihrer Freizeit anzusprechen.

Quelle: Scientific American

Wieder einen Schritt näher am Holodeck

EON Reality hat eine neue Virtual Reality-Technologie entwickelt, die dem Holodeck aus Star Trek einen ganzen Schritt näher kommt. Der ICube ist ein Raum mit weissen Wänden, auf welche die virtuelle Welt stereoskopisch projiziert wird. Die Datenbrille erzeugt daraus dreidimensionale Bilder, welche dem Besucher des Kubus das Gefühl vermitteln, sich in einer "realen" Umgebung zu bewegen. Bewegungssensoren messen die Bewegungen des Körpers und des Kopfes und ermöglichen eine akkurate Positionierung im virtuellen Raum. Spezielle Sensoren ermöglichen ausserdem die Manipulation virtueller Objekte und somit die Interaktion mit der Umgebung. Leider ist diese Technologie für den Normalverbraucher noch nicht erschwinglich, aber sie scheint ihren Zweck zu erfüllen, worauf die Reaktionen der verblüfften Testperson im Video hinweisen. Nicht bekannt ist, ob man die Software dazu bewegen kann, auch mit Games zu funktionieren, aber ich denke, dass in nicht allzu ferner Zukunft ICubes in privaten Wohnungen zu finden sein werden.



Quelle: Technabob

Die Gewaltdebatte in den USA zehn Jahre nach Columbine

Ich erinnere mich noch gut an den Amoklauf in Columbine und an die anschliessende Debatte über die Gründe, die zum Massaker führten. Die digitalen Spiele wurden von übereifrigen Journalisten sehr schnell als eigentliches Übel identifiziert und angeprangert. Ich erinnere mich auch noch gut an Michael Moores Film Bowling for Columbine, in welchem er aufzuzeigen versuchte, dass das Problem viel tiefer in der Gesellschaft verankert ist, als viele wahrhaben wollen.

Heute, am zehnten Jahrestag des Massakers, schreibt der links gerichtete amerikanische Journalist David Sirota, dass die Debatte keinen Schritt weiter gekommen sei und noch immer digitale Spiele und Waffenbesitz als bequeme Sündenböcke verwendet werden, um den wirklich unbequemen Fragen aus dem Weg zu gehen. Er sieht den Grund für diese Art von Katastrophen in der Marktwirtschaft, welche die Reichen bevorzuge und alle anderen an den Rand des Existenzminimums und der Verzweiflung treibe.

Man mag ihm vielleicht vorwerfen, mit seinen Ansichten nicht weniger populistisch daher zu kommen, als die republikanische Fraktion, aber in Bezug auf die Rolle der digitalen Spiele in diesem Zusammenhang gebe ich ihm recht. Es ist an der Zeit, dass die Diskussion auf einer neuen Ebene geführt wird. Dafür bedarf es aber weiterhin der Aufklärung, denn es ist haarsträubend, wie gewisse Leute in dieser Sache argumentieren, ohne die grundlegendsten Fakten zu kennen. Wöchentlich kann man in deutschsprachigen Tageszeitungen und Magazinen Artikel von Journalisten lesen, die offensichtlich keine Ahnung haben, wovon sie sprechen, noch sich die Mühe machen, die Hintergründe zu recherchieren. Dass es aber auch anders geht, zeigt zum Beispiel der Artikel mit dem Titel Aggressive Igel von Harald Martenstein, den er für Zeit Online verfasst hat. Er hat die Spiele gespielt, von denen er spricht.

Link: David Sirota: Columbine questions we still haven't answered

Samstag, 18. April 2009

Henry Jenkins erklärt Game-Based-Learning

MIT-Professor Henry Jenkins hat dem Gameblog des Guardians anlässlich des SxSW interactive Festivals ein Interview gewährt. Das Thema: Game-Based-Learning. Der quirlige Professor und Gamer, der Education Arcade mitbegründet hat, plaudert mit der Reporterin über das Potential der digitalen Spiele im Bereich der Bildung. Spannend.



Quelle: Educational Gaming

Freitag, 17. April 2009

El pincho de la semana #75

Pac-Man Rampage
Erinnert ihr euch noch an den durchgeknallten Franzosen Remi Gaillard? Das war der, der mit einem Kart und als Mario verkleidet auf Frankreichs Strassen Angst und Schrecken verbreitet hat. Sein neuster Streich? Als Pac-Man verkleidet in Frankreichs Kaufhäusern Angst und Schrecken zu verbreiten.



Quelle: Game|Life

Piraterie mit Humor genommen

Die Film-, Musik- und Spieleindustrie haben gemeinsam, dass sie die illegale Verbreitung ihrer Produkte mit allen Mitteln zu unterbinden versuchen. Weil aber die Repression offensichtlich nicht wie gewünscht funktioniert, haben sie schon vor Jahren damit begonnen, mit teilweise recht kuriosen Werbekampagnen an das Gewissen der Menschen zu appellieren. Ein Grund für The IT Crowd, das Ganze auf die Schippe zu nehmen. Und wie.



Und wenn es um humorvolle Piraterie geht, darf der Sketch mit dem Titel Video Pirates aus dem Kultfilm Amazon Women on the Moon aus dem Jahre 1987 keinesfalls fehlen.



Quelle: Geekstir

Donnerstag, 16. April 2009

(Don't) Save the Princess!

Spiele, in denen man eine Prinzessin retten muss, gibt es wie Sand am Meer. Solche aber, in denen man die besagte Prinzessin NICHT retten muss, sind sehr selten, und im Fall von (Don't) Save the Princess! sowohl amüsant als auch knifflig. Alexander Shen ist der Mann hinter diesem Puzzle-Spass, in welchem der Spieler durch strategisch geschicktes platzieren von Blöcken den Ritter davon abhalten muss, die Prinzessin zu befreien, indem man ihn in den Schlund des wartenden Drachen treibt. Ein witziges Konzept, das an ChuChu Rocket! für Dreamcast und Game Boy Advance erinnert, aber weniger hektisch ist. Dank des eingebauten Leveleditors kommt zudem kaum Langeweile auf. Das Spiel kann umsonst heruntergeladen werden und funktioniert nur mit Windows XP oder Vista.


Link: (Don't) Save the Princess!

Quelle: The Independent Gaming Source

Verkehrte Welten

Viel gibt es zu diesem Bild eigentlich nicht zu sagen, denn es spricht sehr eindeutig für sich. Ausser vielleicht, dass es mit zwei Sätzen die Problematik der Gewaltspieldebatte wiedergibt. Pointierter geht das kaum noch.


Quelle: Ahoi Polloi

Mittwoch, 15. April 2009

Scarygirl

Im Grunde genommen bin ich kein grosser Fan von Browserspielen. Als Spieler alter Schule mag ich Games auf Datenträger, die man installieren muss. Daher finde ich es sehr schade, ja beinahe fahrlässig, dass es keine herunterladbare Version von Scarygirl gibt, denn das Abenteuerspiel ist eigentlich ein Kunstwerk, das sehr an die Arbeiten von Regisseur Tim Burton erinnert. Grafik und klangliche Untermalung sind ein Fest für die Sinne. Mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen, ausser, dass man es gespielt haben sollte.


Link: Scarygirl

Quelle: IndieGames

Dienstag, 14. April 2009

Können Games mit Geschichte umgehen?

Die Historiker beginnen, sich langsam - und noch sehr vorsichtig - für die digitalen Spiele zu interessieren. Eine der prominenten Fragen in diesem Zusammenhang ist die nach der Darstellung von Geschichte in den Spielen. An der Universität Siegen hat sich im Dezember des vergangenen Jahres eine Tagung mit dem Titel Wenn sich Kriegsgegner wieder mit „pestverseuchten Kühen“ bewerfen, oder: Computerspiele – Geschichte – Wissenschaft unter der Leitung von Prof. Dr. Angela Schwarz eingehender mit dem Thema befasst. Die ersten Ergebnisse und Antworten waren ein wenig ernüchternd, wie man dem Tagungsbericht entnehmen kann, und um ehrlich zu sein auch recht vorhersehbar. Geschichte kann aus einem einfachen Grund in einem Spiel nicht akkurat wiedergegeben werden: ein Spiel ist interaktiv. Darin erfährt der Spieler die Geschichte nicht nur, er schreibt sie gleichsam selbst, mit jeder gewonnenen oder verlorenen Schlacht, mit jeder Eroberung und jedem Handelsabkommen. Sobald er in das Geschehen eingreift, wird die Geschichte zu seiner Geschichte, etwa wenn er als Anführer der Gallier Rom erobert oder dergleichen. Das mag trivial klingen, aber ein Spiel, das sich kompromisslos an die historischen Fakten halten würde, müsste linear sein und dürfte dem Spieler keine Möglichkeit geben, diese zu verändern. Die Folge davon wäre ohne Zweifel der Verlust jeglichen Spielspasses, worüber der designierte Spassforscher Dr. Christoph Klimmt sicher mehr zu sagen wüsste.

Diese Umstände könnten zur verfrühten Schlussfolgerung führen, dass digitale Spiele nicht geeignet sind, um Geschichte zu vermitteln, aber das ist nur die halbe Wahrheit. Das findet z.B. Dr. Cliff Williamson, Dozent für moderne Britische und Amerikanische Geschichte an der Bath Spa Universität, der selber leidenschaftlicher Spieler ist. Er ist der Ansicht, dass Spiele wie Civilization, die auf den ersten Blick nur sehr oberflächlich historisch sind, in Wahrheit ein grosses Potential bergen, um dem Spieler die Mechanismen und Funktionen der Geschichte näher zu bringen. Es mag zwar ahistorisch sein, wenn man in einem Spiel mit einem Land wie der Schweiz die Weltherrschaft erlangen kann, aber gerade Strategiespiele enthalten Elemente, welche veranschaulichen können, welche Faktoren die Geschichte beeinflusst haben und es noch immer tun. Technologische Errungenschaften, Diplomatie und Politik, um nur die wichtigsten zu nennen.

Im Artikel von Luke Plunkett bei Kotaku, der hier als Grundlage diente, kommen allerdings auch Entwickler zu Wort, welche ganz klar die Position vertreten, dass ein Spiel primär Spass machen sollte. Das bedingt ihrer Ansicht nach auch, dass die genaue Darstellung historischer Gegebenheiten eine untergeordnete Rolle spielen muss. Nicht zuletzt der Einfachheit halber, da historische Ereignisse die Tendenz haben, aus einem dichten Netz von teils sehr feinen Abhängigkeiten zu bestehen. Als Beispiel wird Empire: Total War aufgeführt, das nur einen Bruchteil der (Klein-)Staaten enthält, welche im 18. Jahrhundert das Gebiet des heutigen Deutschlands besiedelten. Der Grund dafür ist einfach: hätte man alle rund 300 Stück implementiert, wäre die Landkarte überfüllt und das Spiel nur schwer spielbar gewesen. Den Grundzügen der damaligen Situation hat man laut Williamson dennoch Rechnung getragen, indem man ein Gebiet zeigt, das in mehrere Saaten zersplittert und von feindlichen Staaten umgeben ist.

Vorläufig bleibt die Frage aber offen, ob und wie man Spiele gestalten könnte, die in der Lage wären, die historische Wahrheit zu vermitteln.


Quelle: Luke Plunkett: Can Games handle History?

RCTiger

Viele Männer mögen ferngesteuerte Autos, Panzer und Games. RCTiger packt das alles in ein einziges Spiel. Der Spieler steuert darin einen ferngesteuerten Panzer über das Internet. Eine Kamera auf dem Turm des Panzers zeigt die Umgebung und den Gegner, den es abzuschiessen gilt. Noch vor kurzem musste man für eine fünfminütige Partie bezahlen, doch nach einem Umbau der Seite sind die Spiele nun umsonst. Also los, ausprobieren!



Link: RCTiger

Quelle: IndieGames

Donnerstag, 9. April 2009

Peta schlachtet in WoW Robbenschlächter

Was der Titel meint, ist, dass die Jugendabteilung der Tierschutzorganisation Peta am Samstag, den 11. April, in World of Warcraft auf die Jagd nach Robbenjägern geht. Wer im Spiel Level 70 erreicht hat, kann am Event teilnehmen, indem er nach Northrend in WhisperWind geht und dort den Howling Fjord betritt. Dort gibt es dann Robben, welche von den Jägern beschützt werden müssen. Eine spannende Form des Aktivismus.



Quelle: Peta2 Blog

Mittwoch, 8. April 2009

Close Range: shoot people in the face

The Onion Network tastet sich einmal mehr an die Grenze des guten Geschmacks heran. Das Satire-Portal präsentiert Close Range, einen Shooter, in welchem es lediglich darum geht, Menschen das Gesicht wegzuschiessen. Wie immer gekonnt führen die Moderatoren todernst durch eine fiktive Nachrichtensendung, welche das ebenfalls fiktive Spiel vorstellt. Spannend ist, dass dabei sowohl die Kämpfer für ein Verbot digitaler Gewalt als auch die Spieleindustrie gleichzeitig auf die Schippe genommen werden. Hoffentlich meint der Berner SP-Grossrat Roland Näf, Inquisitor im Kampf gegen die "Killerspiele", nicht, dass dieses Spiel echt sei und deshalb ausgelöscht werden müsse.



Link: Close Range

Link: The Onion: Hot New Video Game Consists Solely Of Shooting People Point-Blank In The Face

SpokePOV: Pac-Man und Mario fürs Fahrrad

SpokePOV ist ein Bausatz, mit welchem man die Räder eines Fahrrades mittels programmierbarer LEDs zu einem leuchtenden Kunstwerk machen kann. Der Einbau und die Programmierung scheinen zwar nicht ganz trivial zu sein, aber geübte Bastler dürften damit kaum Probleme haben. Die Software ist sowohl für Windows, als auch für Linux und Mac erhältlich.



Auf Flickr findet man noch mehr Ideen. Muss man haben, wenn man nachts viel mit dem Fahrrad unterwegs ist.

Link: SpokePOV

Quelle: GameSetWatch

Dienstag, 7. April 2009

id Software anno 1993

An einem Abend im November des Jahres 1993 stattete Dan Linton in Texas einer damals noch recht unbekannten Spieleschmiede namens id Software einen Besuch ab und filmte die Geschehnisse. Ein Freund von John Romero, einem der Gründer von id Software, fand kürzlich den Film auf einer VHS-Kassette und schickte sie ihm. Romero digitalisierte das Material und hat es nun in seinem Blog veröffentlicht. Zu sehen sind darin neben John Romero und Adrian Carmack noch weitere Mitarbeiter von id Software und erste bewegte Bilder von Doom, das damals kurz vor seiner Fertigstellung stand und später die digitalen Spiele revolutionieren sollte. Eine wertvolle historische Trouvaille.



Quelle: Rome.ro

PuzzleBloom

PuzzleBloom ist ein nettes kleines Spiel, das von Studenten der DADIU unter der Leitung von Robert Cupisz entwickelt wurde.
Darin steuert der Spieler einen Baumgeist namens Canotila, welcher versuchen muss, eine Inselgruppe wieder zu begrünen, die vom Fortschritt und der Industrialisierung kahlgeschlagen wurde. Um dies zu bewerkstelligen ist Canotila in der Lage, die Kontrolle über die Bewohner der Inseln zu übernehmen, und mit deren Hilfe verschiedene Aufgaben zu lösen. Die vorliegende Version enthält nur zwei Inseln und das Unity-Plugin muss installiert sein, um es spielen zu können, doch ein Blick ist PuzzleBloom allemal wert.



Link: PuzzleBloom

Quelle: IndieGames

Montag, 6. April 2009

El pincho de la semana #74

Melon Dezign: I feel like a Computer
Der folgende Videoclip ist schwer einzuordnen, eignet sich also hervorragend als Pincho für diese Woche. Er reflektiert mit seinen Farben zum einen den endlich anbrechenden Frühling und auf der anderen Seite kann man die Intention der Künstler, die sich nicht davor gescheut haben, John Travolta darin eine Hauptrolle zu vergeben, kaum nachvollziehen. Vermutlich gefällt er mir deswegen so gut. Amazing.



Link: Melon Dezign

Quelle: Digital Tools

Chinavasions portable Retro-Konsole

Der CVFH-N03-4G von Chinavasion erinnert sehr an den portablen Nintendo-Emulator, der übrigens von derselben Firma stammt, weist aber wesentlich mehr Funktionen für einen geringeren Preis auf. Das kleine Gerät kann Spiele bzw. Roms für NES, SNES, Sega Genesis, Game Boy Advance, SNK Neo-Geo und Capcom CPS1 und CPS2 abspielen, was für den Retro-Fan mehr als genug sein dürfte. Es verfügt über 4GB internen Speicher und einen Slot für Mini-SD-Speicherkarten, ausserdem kommt es auch mit verschiedenen Dateiformaten wie MP3, MPEG5, FLAC, WMV und AVI zurecht. Es verfügt auch über verschiedene Schnittstellen, wie z.B. die Möglichkeit eines Anschlusses an einen Fernseher. Ob sich der Preis von 98.51 CHF für ein solches Gerät lohnt, muss jeder für sich entscheiden.



Link: Chinavasion

Quelle: Engadget

Wieso OnLive nicht funktionieren muss

Vor kurzem hat Richard Leadbetter noch in einem Artikel erklärt, wieso er glaubt, dass OnLive nicht funktionieren kann. David Radd von GameDaily hingegen glaubt, dass OnLive gar nicht funktionieren muss, um erfolgreich zu sein. Mehrere grosse Unternehmen, wie z.B. Google oder Microsoft, interessieren sich sehr für diese Technologie, und könnten womöglich viel Geld für den Kauf von OnLive bieten, wenn sich herausstellt, dass der Dienst einigermassen gut funktioniert. Demnach wäre OnLive ein ziemlich schlauer Bluff, um den Laden kurz nach dem Start dem meistbietenden zu verkaufen.

Quelle: GameDaily

Samstag, 4. April 2009

8-Bit Waterslide

Folgender Clip hat nur äusserlich etwas mit digitalen Spielen zu tun, aber er ist so gut gemacht, dass er eine Erwähnung verdient. Entstanden ist 8-Bit Waterslide als Eingabe für einen Wettbewerb. Auf YouTube bitten deshalb Tea and Cheese, die Macher des Videos, um möglichst viele Stimmen. Meine haben sie.



Quelle: Offworld

WiiSpray in Aktion

Ich habe bereits im letzten Sommer über WiiSpray berichtet. Das Projekt entstprang den Köpfen von Martin Lihs und Frank Matuse und ist mittlerweile recht weit fortgeschritten. Deshalb gibt es nun ein Video, in welchem die Spraydose, die aus einem umgebauten Wiimote besteht, zum Einsatz kommt und virtuelle Graffitis an eine Leinwand malt. Sehr interessant.


WiiSpray Teaser from Martin Lihs on Vimeo.

Link: WiiSpray

Freitag, 3. April 2009

Head over Heels

Ursprünglich erschien das Puzzle-Spiel Head over Heels im Jahre 1987 für den Spectrum. Graham Goring and Tomaz Kac waren vom Spielprinzip so angetan, dass sie nun - über zwanzig Jahre später - ein Remake mit verbesserter Grafik programmiert haben. Der Spieler steuert darin zwei Hunde, welche jeweils spezielle Fähigkeiten haben. Während Head sehr hoch springen und Doughnuts schiessen kann, kann Heels Gegenstände in einer Tasche mit sich herumtragen. Diese Fähigkeiten müssen im Spiel geschickt kombiniert und eingesetzt werden, um die vielen Rätsel zu lösen. Wer diese Art von Spielen mag oder gar noch das Original kennt, wird dieses Remake lieben.


Link: Head over Heels

Donnerstag, 2. April 2009

Qantm Institute: Game-Design in Zürich

Wer sich in der Schweiz für Game Design interessiert, merkt sehr bald, dass das Ausbildungsangebot nicht gerade überwältigend ist. Relativ neu finden sich aber an mehreren Standorten im Land Ableger des Qantm Institute, das 1996 in Australien gegründet wurde und dort Universitätsstatus geniesst. Nach der Eröffnung eines Institutes in München im Jahre 2005 können nun verschiedene Studiengänge auch in der Schweiz besucht werden.

Events:
Am 17. Mai 2009 führt das Qantm Institute in Zürich einen Tag der offenen Tür durch.

Am 5. Juli 2009 findet am Qantm Institute ein Schnupperseminar zum Thema Character Design statt. Der Workshop dauert fünf Stunden und Interessenten können sich direkt auf der Webseite dafür anmelden. Es wird ein Unkostenbeitrag von 30.- CHF erhoben.

Link: Qantm Institute Zürich

FileFront lebt

Eigentlich sollte der Filehoster FileFront am 30. März vom Netz genommen werden, weil der neue Besitzer Ziff Davis Media dafür keine Verwendung mehr sah. Das rief viele begeisterte Spieler auf den Plan, welche mit gross angelegten Download-Aktionen versuchten, den Inhalt des Online-Speichers zu retten, und nicht zuletzt die Gründer der Seite, welche sich dazu entschlossen, FileFront von Ziff Davis zurückzukaufen.


End gut, alles gut. FileFront ist nach wie vor erreichbar und alle Dateien sind - zumindest für den Moment - sicher.

Quelle: FileFront